Obwohl Laderas erst seit relativ kurzer Zeit existiert, es wurde 1973 gegründet, kann es eine sehr interessante und beeindruckende Geschichte aufweisen. Auf der Flucht vor der terroristischen Gruppe „Sendero luminoso“ und in der Hoffnung der Armut auf dem Land zu entkommen, strömten damals ganze Menschenmassen in die Hauptstadt. In dieser Zeit hat sich Lima wahnsinnig ausgedehnt. Wo vorher nichts war, außer Wüste, mussten sich die Menschen notgedrungen niederlassen. Doch sie haben es geschafft sich innerhalb kurzer Zeit ein Leben aufzubauen. So auch in Laderas. Es entstanden Schulen, Kindergärten, Geschäfte, Kirchen, geteerte Straßen und eine „Posta medica“ (ein kleines Ärztezentrum). Es wurden Gemeindevertreter gewählt und die Menschen sind gemeinsam auf die Straße gegangen und haben für Strom und fließend Wasser gekämpft. Lange Zeit wurde das Leben in Laderas durch Schlachten von Straßengangs geprägt, doch glücklicherweise konnten diese Konflikte gelöst werden und etwa seit sechs Jahren geht es relativ friedlich zu auf den Straßen von Laderas.

Obwohl schon so viel erreicht wurde, fehlt es jedoch trotzdem noch an vielen Ecken und Enden. Es gibt noch kein allgemeines funktionierendes Sozialsystem, was benachteiligte Personen unterstützt. Jährlich wächst Laderas und breitet sich aus, die neuen „Siedler“, welche fast ohne Hab und Gut vom Land kommen, verfügen noch nicht über Strom und fließend Wasser und müssen oft über Jahre warten, bis sie dies endlich erlangen, weshalb die hygienischen Zustände sehr schlecht sind. Sie leben in improvisierten Hütten, die oft nur auf Sandboden gebaut sind und dessen Staub permanent in die Lunge gerät. Auch die schlechte Isolation beeinträchtigt wenn der Wind im relativ kalten Winter durch die Hütte pfeift, stark die Gesundheit. Die Bildung und die medizinische Versorgung lassen noch sehr zu wünschen übrig. Nicht wenige der Jugendlichen, welche keine Perspektive in ihrem Leben sehen flüchten sich in den Drogenkonsum und / oder werden kriminell.

Die Aufklärung ist schlecht, weshalb viele der jungen Mädchen sehr früh schwanger werden und noch zu viele Menschen, insbesondere Frauen und Kinder, erleben häusliche Gewalt.

Eine wichtige Instanz, welche es sich schon seit Gründung Laderas zur Aufgabe gemacht hat, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und sein eigenes kleines Sozialsystem aufgebaut hat, ist die Kirche „Padre Damián de Molokai“. Über die Jahre wurden dank des Padres Marcello und der Einwohner Laderas, die sich mit ihm zusammen engagieren, wichtige soziale Einrichtungen gegründet. So gibt es nun schon seit der großen Inflation eine Volksküche, welche viele der bedürftigen Familien mit einer warmen Mahlzeit am Tag unterstützt. Es gibt einen Kindergarten und ein Stipendienprogramm, welches jungen Menschen aus Laderas ermöglicht eine Ausbildung abzuschließen. Zudem wurde eine Kinderkrippe für Kinder von 1-3 und für die älteren von 3-12 eine Kindertagesstätte, das sogenannte „Casa Hogar“, ins Leben gerufen. Dies soll vor allem alleinerziehenden Müttern helfen, welche sonst nicht arbeiten gehen könnten um ihre Familien zu ernähren. Außerdem gibt es Unterstützung für behinderte Kinder und ihre Familien, sowie eine Psychologin die in den verschiedenen Einrichtungen arbeitet und sich die Probleme der Kinder, Eltern und Jugendlichen der Gemeinde anhört und mit ihnen Lösungen sucht. Dies sind nur einige der Hilfen, die die Kirche über die Jahre gegründet hat.